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Arbeitsrecht Dubai: Kündigung, Lohn, Abfindung – Ihre Rechte im Streit

Aktualisiert 6 Min. Lesezeit
Bereich betreut vonEhab MohamedSenior Consultant für Prozessführung
Statue der Justitia mit Waage
Foto: Tingey Injury Law Firm / Unsplash
Inhalt11
  1. Arbeitsrecht in Dubai: Kündigung, Lohn und Abfindung im Streit
  2. Welches Arbeitsrecht gilt: Mainland, Free Zone, DIFC
  3. Kündigung in Dubai: Fristen und Regeln
  4. Was Ihnen am Ende zusteht
  5. Der Weg: erst MOHRE, dann Gericht
  6. Fristen: nicht warten
  7. Was Sie nicht unterschreiben sollten
  8. Visum nicht annulliert
  9. Für Arbeitgeber
  10. Unterlagen aus Deutschland
  11. Häufige Fragen

Arbeitsrecht in Dubai: Kündigung, Lohn und Abfindung im Streit

Die drei häufigsten Probleme, mit denen Angestellte zu uns kommen: Zwei Monatsgehälter fehlen, die Kündigung kam per WhatsApp, und das Visum wird nicht annulliert, sodass der neue Arbeitgeber Sie nicht einstellen kann. Das Arbeitsrecht der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) gibt Ihnen für alle drei Fälle echte Werkzeuge. Verloren gehen solche Fälle selten am Recht, sondern in den ersten zwei Wochen: Unterlagen nicht gesichert, eine Abrechnung unter Druck unterschrieben, die Beschwerde bei der falschen Stelle oder zu spät eingereicht.

Das ist ein allgemeiner Überblick, keine Rechtsberatung. Das Arbeitsrecht der VAE wird regelmäßig geändert, und die Verfahren unterscheiden sich je nach Sitz des Arbeitgebers. Ihren Fall prüfen wir anhand Ihres Vertrags.

Welches Arbeitsrecht gilt: Mainland, Free Zone, DIFC

Entscheidend ist nicht, wo Sie arbeiten, sondern wo Ihr Arbeitgeber registriert ist.

ArbeitgeberRechtErste Anlaufstelle
MainlandBundesgesetzesdekret Nr. 33 von 2021 (Arbeitsgesetz)Ministerium für Humanressourcen und Emiratisierung (MOHRE), danach Gericht
Free Zone (außer DIFC/ADGM)Arbeitsgesetz gilt grundsätzlich; Visum und Sponsoring über die Verwaltung der ZoneVerfahren je nach Zone, danach Gerichte des Emirats
DIFCeigenes Arbeitsgesetz (DIFC-Gesetz Nr. 2 von 2019)DIFC Courts
ADGMeigenes RegimeADGM Courts

Wer bei der falschen Stelle einreicht, verliert Wochen. Die Unterschiede zwischen den Finanz-Freizonen und dem übrigen Dubai erklärt DIFC und ADGM.

Kündigung in Dubai: Fristen und Regeln

Die folgenden Regeln gelten nach dem Arbeitsgesetz für Mainland und Free Zones, nicht für DIFC und ADGM.

  • Befristung. Arbeitsverträge laufen höchstens 3 Jahre und können verlängert werden. Arbeiten Sie nach Ablauf stillschweigend weiter, gilt der Vertrag zu denselben Bedingungen als verlängert.
  • Kündigungsfrist. Gekündigt wird schriftlich und aus einem rechtmäßigen Grund, mit einer Frist von 30 bis 90 Tagen. Die Frist ist für beide Seiten gleich, es sei denn, der Vertrag ist für den Arbeitnehmer günstiger. Während der Frist erhalten Sie das volle Gehalt.
  • Frist nicht eingehalten. Dann schuldet die kündigende Seite eine Entschädigung in Höhe des Lohns für die (restliche) Frist.
  • Jobsuche. Kündigt der Arbeitgeber, dürfen Sie während der Frist einen unbezahlten Tag pro Woche für die Jobsuche nehmen (mit 3 Tagen Vorankündigung).

Probezeit

Höchstens 6 Monate, nur einmal. Der Arbeitgeber kündigt mit mindestens 14 Tagen Frist. Wollen Sie während der Probezeit zu einem anderen Arbeitgeber in den VAE wechseln, gilt mindestens 1 Monat; wollen Sie das Land verlassen, mindestens 14 Tage.

Fristlose Kündigung

Das Gesetz nennt zehn Gründe (Art. 44), zum Beispiel unentschuldigtes Fehlen an mehr als 20 Tagen mit Unterbrechungen oder mehr als 7 Tagen am Stück. Der Arbeitgeber muss vorher schriftlich untersuchen und die Entscheidung schriftlich begründen. „Du bist raus“ per Nachricht erfüllt das nicht.

Wann Sie ohne Frist gehen dürfen

Auch Arbeitnehmer dürfen fristlos gehen (Art. 45): etwa wenn der Arbeitgeber seine Pflichten verletzt, Sie das MOHRE mindestens 14 Arbeitstage vorher informiert haben und der Arbeitgeber nicht abhilft, oder bei Übergriffen und Belästigung (Meldung innerhalb von 5 Arbeitstagen).

Willkürliche Kündigung

Kündigt der Arbeitgeber, weil Sie sich berechtigt beim Ministerium beschwert oder geklagt haben, kann das Gericht eine Entschädigung von bis zu 3 Monatslöhnen zusprechen – zusätzlich zu Kündigungsfrist und Gratuity. Wegen Krankheit darf nicht gekündigt werden, bevor Ihr Krankheitsurlaub ausgeschöpft ist.

Was Ihnen am Ende zusteht

AnspruchRegel
Gratuity (Abfindung bei Dienstende)ab 1 Jahr ununterbrochener Arbeit: 21 Tage Grundgehalt je Jahr für die ersten 5 Jahre, 30 Tage je weiteres Jahr; höchstens der Lohn für 2 Jahre
Resturlaubwird ausgezahlt, berechnet nach dem Grundgehalt
Kündigungsfristvolles Gehalt oder Entschädigung, wenn nicht eingehalten
Auszahlungalles innerhalb von 14 Tagen nach Vertragsende

Berechnet wird die Gratuity nur vom letzten Grundgehalt, ohne Wohnungs- und Transportzulagen. Ein Beispiel: Grundgehalt AED 15.000, 7 Jahre Betriebszugehörigkeit – 5 × 21 Tage plus 2 × 30 Tage ergibt AED 52.500 + AED 30.000 = AED 82.500. Kürzungen bei Eigenkündigung sieht Art. 51 des Gesetzes nicht vor. Die Berechnung mit allen Sonderfällen: Gratuity in Dubai. Im DIFC gibt es seit 01.02.2020 statt Gratuity den Sparplan DEWS.

Der Weg: erst MOHRE, dann Gericht

  1. Unterlagen sichern – bevor der Zugang zur Firmen-E-Mail weg ist: Vertrag und Nachträge, Angebot, Gehaltsabrechnungen, Kontoauszüge, Urlaubsnachweise, Nachrichten über Aufgaben und Zahlungen. Über das Wage Protection System (WPS) laufen die Gehälter bei MOHRE-registrierten Arbeitgebern; diese Daten sind Ihr stärkster Beweis für ausstehenden Lohn.
  2. Beschwerde bei MOHRE (Mainland). Die kostenlose Hotline für Arbeitsbeschwerden ist 80084. Das Ministerium versucht zu vermitteln.
  3. Gericht, wenn innerhalb von 14 Tagen keine Einigung erreicht ist. Das Ministerium leitet den Fall weiter.
  4. Bei kleineren Forderungen entscheidet MOHRE selbst verbindlich: bei Ansprüchen unter AED 50.000 und wenn eine Einigung nicht eingehalten wird.
  5. Kosten. Klagen von Arbeitnehmern bis AED 100.000 sind von Gerichtsgebühren befreit.

In Free Zones läuft der erste Schritt über das Verfahren der jeweiligen Zone; im DIFC und in ADGM entscheiden deren eigene Gerichte. Die Polizei ist nur zuständig, wenn eine Straftat vorliegt – Drohung, Gewalt, Fälschung. Ein Arbeitsstreit an sich ist keine Strafsache.

Fristen: nicht warten

Nach der geltenden Fassung des Arbeitsgesetzes (Änderung durch das Bundesgesetzesdekret Nr. 9 von 2024) verjähren Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis 2 Jahre nach dessen Ende; früher war es ein Jahr. Diese Angabe stützt sich auf Fachliteratur, den Wortlaut prüfen wir vor jeder Einreichung. Im DIFC sind die Fristen für Ansprüche auf Schlusszahlungen deutlich kürzer. Mündliche Gespräche mit der Personalabteilung halten keine Frist an.

Was Sie nicht unterschreiben sollten

  • eine „freiwillige Kündigung“ im Tausch gegen eine „schnelle Abrechnung“ – sie ändert den Beendigungsgrund;
  • eine Erklärung, dass Sie „keine Ansprüche“ mehr haben;
  • eine Schlussabrechnung, die Sie nicht mit Ihrem Vertrag verglichen haben.

Verlangen Sie den Entwurf schriftlich und unterschreiben Sie nicht am selben Tag. Eine Beratung vor der Unterschrift ist immer möglich.

Visum nicht annulliert

Wird Ihr Visum nach dem Ende nicht annulliert, blockiert das den nächsten Job. Das ist ein eigener Verstoß, gegen den das Ministerium Mittel hat – warten Sie nicht. Wie lange Sie nach der Annullierung im Land bleiben dürfen, bestätigen wir zum aktuellen Datum. Wie Arbeitsvisum und Aufenthalt zusammenhängen: Arbeitsvisum für Mitarbeiter und Residence Visa.

Für Arbeitgeber

Arbeitgeber verlieren dieselben Streitigkeiten aus spiegelbildlichen Gründen: kein registrierter Vertrag, keine schriftlichen Abmahnungen, Gehalt teilweise außerhalb des WPS, Kündigung per Nachricht statt nach Verfahren. Abhilfe ist das Verfahren selbst: Kündigung in der vorgeschriebenen Form, Abrechnung innerhalb von 14 Tagen, Annullierung des Visums, sachliche Antworten an das Ministerium. Die Schlusszahlung „bis zur Klärung“ zurückzuhalten, verletzt die 14-Tage-Frist.

Unterlagen aus Deutschland

Zeugnisse oder Diplome, die im Verfahren eine Rolle spielen, brauchen eine Legalisierung und eine Übersetzung ins Arabische – eine Apostille reicht in den VAE nicht. Das erledigen wir über Legalisierung von Dokumenten. Ob bei einer Entsendung aus Deutschland zusätzlich deutsche Regeln greifen, klären Sie mit einem Arbeitsrechtler in Deutschland.

Quellen: u.ae – Arbeitsstreitigkeiten; u.ae – Kündigung und willkürliche Entlassung; u.ae – End of Service Benefits.

Wir vertreten Arbeitnehmer und Arbeitgeber vor MOHRE und den Gerichten: Rechtsberatung. Die Erstberatung ist kostenlos.

Häufige Fragen

Kann mir in Dubai jederzeit gekündigt werden?

Nur schriftlich, aus einem rechtmäßigen Grund und mit einer Frist von 30 bis 90 Tagen – oder fristlos aus einem der gesetzlichen Gründe nach Untersuchung. Eine willkürliche Kündigung kann eine Entschädigung von bis zu 3 Monatslöhnen auslösen.

Bekomme ich eine Abfindung, wenn ich selbst kündige?

Die Gratuity steht Ihnen ab einem Jahr ununterbrochener Arbeit zu. Kürzungen bei Eigenkündigung sieht das Gesetz nicht vor. Im DIFC gilt stattdessen der Sparplan DEWS.

Wie lange habe ich Zeit, meinen Lohn einzuklagen?

Nach der geltenden Fassung des Gesetzes 2 Jahre ab Ende des Arbeitsverhältnisses; den Wortlaut prüfen wir vor der Einreichung. Im DIFC gelten kürzere Fristen. Warten Sie trotzdem nicht: Beweise gehen schneller verloren als Fristen.

Kostet eine Arbeitsklage etwas?

Klagen von Arbeitnehmern bis AED 100.000 sind von Gerichtsgebühren befreit. Bei Ansprüchen unter AED 50.000 entscheidet oft schon das MOHRE verbindlich.

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Dieser Artikel beantwortet die allgemeine Frage. Die Antwort für Sie hängt davon ab, wer Ihre Kunden sind, wo das Geld liegt und was bereits unterschrieben ist.

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