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Gratuity Dubai berechnen: die Abfindung nach VAE-Arbeitsrecht

Aktualisiert 7 Min. Lesezeit
Bereich betreut vonEhab MohamedSenior Consultant für Prozessführung
Angestellte verlässt das Büro mit einem Karton voller Sachen
Foto: Vitaly Gariev / Unsplash
Inhalt17
  1. Gratuity in Dubai berechnen: was am Ende des Arbeitsverhältnisses fällig wird
  2. Gratuity ist keine verhandelte Abfindung
  3. Gilt die Formel für Sie?
  4. Die Formel
  5. „Grundgehalt“ ist nicht Ihr Paket
  6. Beispiel 1: dreieinhalb Jahre
  7. Beispiel 2: sieben Jahre
  8. Beispiel 3: 13 Monate im Job, keine Gratuity
  9. Eigene Kündigung kürzt die Gratuity nicht
  10. Was sonst in die Endabrechnung gehört
  11. Was der Arbeitgeber abziehen darf
  12. Der freiwillige Sparplan (Savings Scheme)
  13. DIFC: DEWS statt Gratuity
  14. Wenn die Gratuity nicht gezahlt wird
  15. Und die Steuer zu Hause?
  16. Häufige Fragen
  17. Quellen

Gratuity in Dubai berechnen: was am Ende des Arbeitsverhältnisses fällig wird

Wer als Ausländer im Privatsektor der VAE mindestens ein Jahr ununterbrochen gearbeitet hat, hat bei Ende des Arbeitsverhältnisses Anspruch auf eine End-of-Service Gratuity. Sie wird ausschließlich vom Grundgehalt berechnet: 21 Tage für jedes der ersten fünf Jahre, 30 Tage für jedes weitere Jahr, anteilig für angefangene Jahre, insgesamt höchstens zwei Jahresverdienste. Der Arbeitgeber muss sie zusammen mit allen anderen Ansprüchen innerhalb von 14 Tagen nach Vertragsende zahlen.

Das ist die ganze Formel. Geld geht meist nicht bei der Formel verloren, sondern bei den Eingaben: Was zählt als Grundgehalt, welche Tage zählen als Dienstzeit, was darf abgezogen werden. Ob Sie als Arbeitgeber Rückstellungen planen oder als Mitarbeiter nachrechnen – hier ist die Rechnung Schritt für Schritt.

Dieser Beitrag ist ein allgemeiner Überblick, keine Rechtsberatung. Ihr Betrag hängt von Vertrag, Regime des Arbeitgebers und Ihrer Dienstzeit ab, und das Recht der VAE ändert sich. Wir rechnen ihn anhand Ihrer Unterlagen nach.

Gratuity ist keine verhandelte Abfindung

Wer „Abfindung Dubai“ sucht, denkt oft an eine Summe, die man beim Ausscheiden aushandelt. Die Gratuity ist etwas anderes: ein gesetzlicher Anspruch nach Art. 51 des Federal Decree-Law Nr. 33/2021, des Arbeitsgesetzes der VAE. Sie hängt nicht davon ab, wer kündigt, und nicht vom Verhandlungsgeschick, sondern allein von Dienstzeit und Grundgehalt.

Gilt die Formel für Sie?

  • Arbeitgeber auf dem Mainland oder in den meisten Free Zones – ja, die Formel des Bundesgesetzes gilt.
  • Arbeitgeber im DIFC – nein. Seit dem 01.02.2020 gibt es dort keine gesetzliche Gratuity mehr, stattdessen Beiträge in den Sparplan DEWS (siehe unten).
  • Arbeitgeber im ADGM – eigenes Regime, hier nicht behandelt. Mehr zu beiden Finanzzentren: DIFC und ADGM.
  • Staatsbürger der VAE – für sie gilt das Rentenrecht, nicht Art. 51.
  • Ihr Arbeitgeber hat Sie in den freiwilligen Sparplan (Savings Scheme) aufgenommen – dann erhalten Sie den Fondsbestand, nicht die Formel.
  • Nicht erfasst vom Arbeitsgesetz sind unter anderem Staatsbedienstete und Hauspersonal.

Die Formel

DienstzeitTage Grundgehalt pro Jahr
weniger als 1 Jahr ununterbrochenkein Anspruch
Jahre 1 bis 521 Tage
jedes Jahr ab dem 6.30 Tage
angefangenes letztes Jahranteilig, sofern mindestens 1 volles Jahr erreicht ist
Obergrenzeinsgesamt nicht mehr als zwei Jahresverdienste

Tagessatz. Das Gesetz rechnet den Monat mit 30 Tagen und das Jahr mit 365 Tagen (Art. 67). Der Tagessatz ist also das monatliche Grundgehalt geteilt durch 30. Online-Rechner runden manchmal anders; ein Unterschied von ein paar Dirham ist normal, einer von Tausenden bedeutet, dass jemand mit dem falschen Gehalt gerechnet hat.

„Grundgehalt“ ist nicht Ihr Paket

Das Gesetz unterscheidet zwischen Basic Wage – dem im Vertrag genannten Gehalt ohne Zulagen und Sachleistungen – und Wage, das Geldzulagen einschließt (Art. 1). Die Gratuity läuft nur auf dem Grundgehalt. Wohnungs-, Transport- und sonstige Zulagen bleiben außen vor. Ein Angebot über „AED 6.000 Grundgehalt plus AED 14.000 Zulagen“ ist ein Paket von AED 20.000, aber eine Gratuity-Basis von AED 6.000. Wenn Sie ein Angebot verhandeln, ist diese Aufteilung fast wichtiger als die Gesamtsumme.

Beispiel 1: dreieinhalb Jahre

Grundgehalt AED 10.000, Dienstzeit 3 Jahre und 6 Monate, kein unbezahlter Urlaub.

  1. Tagessatz: 10.000 / 30 = AED 333,33
  2. Ein Jahr: 21 × 333,33 = AED 7.000
  3. 3,5 Jahre: 7.000 × 3,5 = AED 24.500

Beispiel 2: sieben Jahre

Grundgehalt AED 15.000, Dienstzeit 7 Jahre.

  1. Tagessatz: 15.000 / 30 = AED 500
  2. Erste fünf Jahre: 5 × 21 × 500 = AED 52.500
  3. Jahre sechs und sieben: 2 × 30 × 500 = AED 30.000
  4. Summe: AED 82.500

Die Obergrenze spielt hier keine Rolle. Rechnet man sie nur vom Grundgehalt, wird sie erst nach rund 26 Dienstjahren erreicht. Ob die zwei Jahresverdienste vom Grundgehalt oder vom Gesamtverdienst zu rechnen sind, ergibt sich aus dem Gesetzestext nicht eindeutig – bei sehr langen Dienstzeiten prüfen wir das im Einzelfall.

Beispiel 3: 13 Monate im Job, keine Gratuity

Der Vertrag lief 1 Jahr und 1 Monat, darin 60 Tage unbezahlter Urlaub. Unbezahlte Tage zählen nicht zur Dienstzeit (Art. 51 Abs. 4; Art. 33 Abs. 2). Die anrechenbare Dienstzeit beträgt 11 Monate – weniger als ein Jahr. Es gibt keine Gratuity, auch keinen anteiligen Betrag, denn die anteilige Berechnung setzt ein volles Jahr voraus.

Taschenrechner und Stift auf einem Notizbuch
Foto: Recha Oktaviani / Unsplash

Eigene Kündigung kürzt die Gratuity nicht

In Foren liest man bis heute, bei Eigenkündigung gebe es nur ein Drittel oder zwei Drittel. Der geltende Art. 51 enthält keine solche Kürzung: Der Anspruch hängt von Dienstzeit und Grundgehalt ab, nicht davon, wer den Vertrag beendet hat. Wendet Ihr Arbeitgeber trotzdem einen Abschlag an, fragen Sie nach der Vorschrift, auf die er sich stützt.

Was sonst in die Endabrechnung gehört

  • Gehalt für die gearbeiteten Tage im letzten Monat
  • Vergütung für die Kündigungsfrist oder Ersatz, wenn sie nicht eingehalten wurde
  • Nicht genommener Urlaub: Nach Art. 29 Abs. 9 werden offene Urlaubstage und der anteilige Urlaub für das angefangene Jahr bezahlt, ebenfalls auf Basis des Grundgehalts. Beispiel: 12 offene Tage bei AED 10.000 Grundgehalt = AED 4.000 – zusätzlich zur Gratuity
  • die Gratuity
  • alles, was Vertrag oder Firmenrichtlinien darüber hinaus versprechen, etwa Bonus oder Flugticket

Alles zusammen ist innerhalb von 14 Tagen nach Vertragsende fällig (Art. 53).

Was der Arbeitgeber abziehen darf

Art. 51 Abs. 7 erlaubt Abzüge für Beträge, die der Mitarbeiter nach Gesetz oder Gerichtsurteil schuldet. Welche Abzüge im Einzelnen zulässig sind, regelt die Durchführungsverordnung zum Arbeitsgesetz – jeden konkreten Abzug sollten Sie daran messen. Ein Abzug „für Visakosten“ ist ohnehin unzulässig: Diese Kosten trägt nach dem Recht der VAE der Arbeitgeber (mehr unter Arbeitsvisum Dubai).

Der freiwillige Sparplan (Savings Scheme)

Seit 2023 dürfen Arbeitgeber für einzelne oder alle Mitarbeiter statt der klassischen Gratuity in einen zugelassenen Investmentfonds einzahlen (Kabinettsbeschluss Nr. 96/2023, Ministerialbeschluss Nr. 668/2023). Nach dem Regierungsportal u.ae gilt:

  • Der Arbeitgeber zahlt monatlich 5,83 % des Grundgehalts bei weniger als fünf Dienstjahren und 8,33 % bei mehr als fünf Jahren.
  • Die Beiträge sind innerhalb von 15 Tagen nach Monatsbeginn fällig.
  • Die bis zur Aufnahme erdiente Gratuity wird nach dem Gesetz abgerechnet.
  • Mitarbeiter können freiwillig bis zu 25 % ihres Verdienstes zusätzlich einzahlen.
  • Beim Ausscheiden erhält der Mitarbeiter alle Arbeitgeberbeiträge samt Erträgen innerhalb von 14 Tagen und kann sie angelegt lassen oder abheben.

Der Plan gilt für den Privatsektor und die Free Zones. Für Arbeitgeber ist er eine Möglichkeit, die Belastung gleichmäßig zu verteilen, statt am Ende eine große Summe zu schulden.

DIFC: DEWS statt Gratuity

Das DIFC hat ein eigenes Arbeitsgesetz (DIFC Law Nr. 2/2019). Seit dem 01.02.2020 müssen DIFC-Arbeitgeber berechtigte Mitarbeiter im Sparplan DEWS oder einem gleichwertigen Plan anmelden und monatlich 5,83 % des Grundgehalts für die ersten fünf Jahre und 8,33 % für jedes weitere Jahr einzahlen. Wer schon vor diesem Datum ununterbrochen beschäftigt war, kann für die frühere Zeit noch eine erdiente Gratuity haben. Ansprüche auf Schlusszahlungen gehen vor die DIFC Courts – mit deutlich kürzeren Fristen als nach Bundesrecht.

Wenn die Gratuity nicht gezahlt wird

  1. Nach Ablauf der 14 Tage schriftlich zur Zahlung auffordern, mit eigener Berechnung.
  2. Keine „vollständige und abschließende Einigung“ über einen Betrag unter Ihrer Berechnung unterschreiben, ohne sie prüfen zu lassen.
  3. Beschwerde bei MOHRE einreichen (kostenlose Hotline 80084). Wird der Streit dort nicht innerhalb von 14 Tagen beigelegt, geht er an das Gericht. Bei Forderungen unter AED 50.000 entscheidet MOHRE selbst verbindlich.
  4. Klagen von Arbeitnehmern bis AED 100.000 sind gerichtskostenfrei (Art. 55).

Für die Verjährung gelten nach der derzeitigen Fassung des Gesetzes zwei Jahre ab Ende des Arbeitsverhältnisses; den genauen Fristbeginn prüfen wir vor jeder Einreichung. Den Weg durch MOHRE und die Gerichte beschreibt Arbeitsrechtliche Streitigkeiten in den VAE. Wir vertreten Arbeitgeber wie Arbeitnehmer: Rechtsberatung.

Und die Steuer zu Hause?

Ob Deutschland die Gratuity besteuert, hängt davon ab, ob Sie dort noch unbeschränkt steuerpflichtig sind – etwa weil Sie eine nutzbare Wohnung behalten haben (§ 8 AO). Ein Doppelbesteuerungsabkommen mit den VAE gibt es seit dem 01.01.2022 nicht mehr. Klären Sie das mit einem Steuerberater in Deutschland, Österreich oder der Schweiz; Grundlagen unter Steuerwohnsitz Dubai.

Häufige Fragen

Wird die Gratuity vom Gesamtgehalt berechnet?

Nein. Grundlage ist das letzte Grundgehalt. Zulagen zählen nicht.

Bekomme ich eine Gratuity, wenn ich nach 18 Monaten selbst kündige?

Ja. Mit mehr als einem Jahr ununterbrochener Dienstzeit erhalten Sie 21 Tage Grundgehalt pro Jahr, anteilig für die zusätzlichen sechs Monate – unabhängig davon, wer gekündigt hat.

Mindert unbezahlter Urlaub die Gratuity?

Ja. Unbezahlte Tage zählen nicht zur Dienstzeit. Das senkt den Betrag und kann Sie unter die Ein-Jahres-Schwelle drücken.

Bis wann muss der Arbeitgeber zahlen?

Innerhalb von 14 Tagen nach Vertragsende, zusammen mit Gehalt, Urlaubsabgeltung und anderen Ansprüchen.

Ich arbeite im DIFC. Wo ist meine Gratuity?

Sie wurde am 01.02.2020 durch monatliche Beiträge in DEWS oder einen gleichwertigen Plan ersetzt. Prüfen Sie Ihr DEWS-Konto und eine mögliche Gratuity für die Zeit davor.

Quellen

  • Federal Decree-Law Nr. 33/2021 (Art. 1, 29, 33, 51–53, 55, 67), Text auf dem Regierungsportal u.ae: https://assets.u.ae/api/public/content/eb65a60bbff949fa912eddd566613014?v=7174ed78
  • u.ae – End of service benefits (Formel, Grundgehalt, 14 Tage, Savings Scheme): https://u.ae/en/information-and-services/jobs/Sector-of-employment/employment-in-the-private-sector/end-of-service-benefits-for-employees-in-the-private-sector
  • u.ae – Resolving labour disputes (MOHRE, AED 50.000, Hotline 80084): https://u.ae/en/information-and-services/jobs/Sector-of-employment/employment-in-the-private-sector/labour-dispute
  • DIFC Courts – FAQs zum DIFC Employment Law (DEWS): https://www.difccourts.ae/application/files/7117/1636/5975/DIFCC_PBP_FAQs_DIFC_Employment_Law.pdf

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Dieser Artikel beantwortet die allgemeine Frage. Die Antwort für Sie hängt davon ab, wer Ihre Kunden sind, wo das Geld liegt und was bereits unterschrieben ist.

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