Eine Firma in Dubai zu gründen ist kein Hexenwerk – die Behördenwege sind eingespielt. Teuer wird es fast immer an derselben Stelle: Die Reihenfolge stimmt nicht. Wer zuerst die Free Zone nach Preis auswählt und erst danach mit der Bank spricht, hat am Ende eine Lizenz, aber kein Konto. Im Folgenden erklären wir, was Sie brauchen, was eine Gründung ungefähr kostet, in welcher Reihenfolge Sie vorgehen und was das Ganze für Ihre Steuern in Deutschland, Österreich oder der Schweiz bedeutet.
Dieser Artikel ist ein allgemeiner Überblick und keine Rechts- oder Steuerberatung. Recht und Gebühren in den VAE ändern sich, Verfahren unterscheiden sich je nach Emirat und Free Zone. Ihre konkrete Situation prüfen wir individuell.
Die erste Entscheidung: Mainland oder Free Zone
Bevor es um Formulare geht, steht eine Grundsatzfrage: Gründen Sie auf dem Mainland (Lizenz des Emirats, in Dubai über das Department of Economy and Tourism) oder in einer Free Zone (Freihandelszone mit eigener Behörde und eigenem Register)? Die Faustregel: Sitzen Ihre Kunden in den VAE, spricht vieles für das Mainland. Kommen Umsätze überwiegend aus dem Ausland, ist eine Free Zone oft einfacher und im ersten Jahr günstiger. Die Details haben wir in einem eigenen Beitrag zusammengefasst: Mainland oder Free Zone. Welche Zone zu Ihrem Geschäft passt, lesen Sie unter Free Zone in Dubai auswählen.
Firmengründung Dubai: der Ablauf in zehn Schritten
- Tätigkeit festlegen und den passenden Lizenzcode (Activity Code) auswählen. Der Code entscheidet später über Bank, Visa und Steuer – mehr dazu unter Gewerbelizenz in Dubai.
- Rechtsform und Standort wählen: Mainland oder Free Zone, und welche Zone konkret.
- Anforderungen der Bank klären – vor der Registrierung, nicht danach.
- Firmennamen reservieren und die Vorabgenehmigung (Initial Approval) einholen.
- Gründungsunterlagen und Vollmachten vorbereiten.
- Gebühren zahlen, Lizenz erhalten.
- Büro oder Flexi-Desk sowie die Establishment Card organisieren.
- Aufenthaltsvisum für Gesellschafter und gegebenenfalls Mitarbeiter beantragen; dazu gehören medizinische Untersuchung und Emirates ID.
- Firmenkonto eröffnen – der Schritt, an dem die meisten Zeitpläne hängen.
- Steuerliche Registrierung bei der Federal Tax Authority (FTA) über das Portal EmaraTax: für die Körperschaftsteuer immer, für die Mehrwertsteuer, wenn die Schwellen erreicht sind.
Die meisten Verzögerungen entstehen nicht bei der Behörde, sondern an den Übergängen: Der Name passt nicht zu den Regeln des Emirats, die Tätigkeit ist zu ungenau gewählt und keine Bank will sie, Unterlagen aus Deutschland kommen ohne Legalisierung an, die Eigentümerstruktur ist für die Compliance der Bank nicht nachvollziehbar.
Voraussetzungen: was wir von Ihnen brauchen
- Reisepässe aller Gesellschafter und Geschäftsführer
- Nachweis der Wohnadresse
- Lebenslauf und eine kurze, konkrete Beschreibung des Geschäftsmodells – die Bank fragt danach in jedem Fall
- Unterlagen zu einem bestehenden Unternehmen, falls vorhanden
- Nachweise zur Herkunft der Mittel
Auf dem Mainland ist eine LLC mit nur einem Gesellschafter zulässig; ein allgemeines Erfordernis eines emiratischen Mitgesellschafters gibt es nicht – für Tätigkeiten mit strategischer Bedeutung kann die Behörde aber eine Beteiligung von Staatsangehörigen der VAE vorschreiben. Free Zones haben eigene Gesellschaftsregeln: Das Handelsgesellschaftsgesetz (Federal Decree-Law Nr. 32/2021) tritt dort zurück, soweit die Zone eigene Vorschriften hat.
Dokumente aus Deutschland, Österreich und der Schweiz
Die VAE sind nicht Vertragsstaat des Haager Apostille-Übereinkommens. Eine Apostille reicht deshalb nicht. Deutsche, österreichische und Schweizer Urkunden durchlaufen die konsularische Legalisierung: zuerst die Stufen, die der jeweilige Dokumenttyp im Ausstellungsland verlangt, dann das Außenministerium des Ausstellungslandes, dann die Botschaft der VAE, schließlich das Außenministerium der VAE. Danach folgt eine Übersetzung ins Arabische durch einen vom Justizministerium der VAE lizenzierten Übersetzer (Legal Translator). Das kostet Zeit – bestellen Sie das Paket deshalb vollständig und frühzeitig, nicht Blatt für Blatt. Wir unterstützen dabei: Legalisierung von Dokumenten.
Firma in Dubai gründen: Kosten
Die folgenden Zahlen sind ein Richtwert laut Kanzlei, Stand September 2026, zzgl. behördlicher Gebühren. Die Zonen passen ihre Tarife fast jedes Jahr an.
| Variante | Richtwert (AED) | Anmerkung |
|---|---|---|
| Basispaket allgemein | 11.000 – 55.000+ | ohne Visum und Konto |
| Günstige Free Zones in Dubai (Meydan, IFZA) | Lizenz ab 10.500 – 15.000 | oft mit Flexi-Desk und 1 Visum |
| Premium-Zonen (DMCC, DIFC) | ab 35.000 – 50.000+ | Rohstoffe, Finanzen, größere Strukturen |
| Mainland | Lizenz und Gebühren 15.000 – 30.000 | plus Büromiete mit Ejari 10.000 – 30.000 pro Jahr |
Für eine Free-Zone-Firma mit einem Gesellschafter und einem Visum rechnen wir im ersten Jahr mit rund AED 35.000 – 55.000 insgesamt: Lizenz, Adresse oder Coworking, Visum des Gründers für zwei Jahre samt Medizincheck und Emirates ID, Begleitung der Kontoeröffnung sowie Buchhaltung und Vorbereitung auf die Körperschaftsteuer. Die Verlängerung im zweiten Jahr kostet erfahrungsgemäß rund 80–90 % der ursprünglichen Kosten (ohne Einmalleistungen wie die Kontoeröffnung). Einen Punkt übersehen viele: Klassische Banken verlangen häufig ein Mindestguthaben von AED 25.000 – 50.000, sonst fallen Gebühren an; bei Neobanken sind die Anforderungen niedriger.
Die vollständige Aufstellung finden Sie auf der Seite Kosten der Firmengründung in Dubai.
Firma in Dubai gründen ohne Wohnsitz in Dubai?
Die Gesellschaft selbst können Sie gründen, ohne nach Dubai umzuziehen – das Basispaket gibt es ausdrücklich auch ohne Visum. Einiges lässt sich per Vollmacht erledigen. Zwei Dinge sind in der Praxis aber an eine Reise gebunden: Für das Aufenthaltsvisum ist die biometrische Erfassung vor Ort nötig, und Banken wollen den Gesellschafter in der Regel persönlich sehen. Ob eine Bank ein Firmenkonto eröffnet, wenn der Gesellschafter kein Visum der VAE hat, entscheidet jede Bank selbst – das klären wir vor der Gründung, nicht danach.
Wohnsitz in Deutschland: was steuerlich zu klären ist
Eine Firma in Dubai ändert Ihren Steuerstatus zu Hause nicht automatisch. Wer weiter in Deutschland, Österreich oder der Schweiz wohnt, muss mehrere Fragen beantworten: Wo liegt Ihr steuerlicher Wohnsitz? Wo wird die Gesellschaft tatsächlich geleitet – in Dubai oder vom Schreibtisch in München aus? Greift für Gewinne einer niedrig besteuerten Auslandsgesellschaft eine Hinzurechnungsbesteuerung? Diese Fragen richten sich nach dem Recht Ihres Heimatlandes. Klären Sie sie mit einem Steuerberater in Deutschland (bzw. in Österreich oder der Schweiz), bevor die Struktur steht. Wir stimmen die Seite der VAE darauf ab. Mehr dazu unter Steuerwohnsitz in den VAE.
Steuern in den VAE ab dem ersten Tag
Die Registrierung für die Körperschaftsteuer ist für jede Gesellschaft Pflicht – unabhängig davon, ob sie Gewinn macht und ob sie in der Free Zone den Satz von 0 % beansprucht. Wer die Frist verpasst, zahlt AED 10.000 Strafe (Kabinettsbeschluss Nr. 75/2023). Der Satz für normale Steuerpflichtige: 0 % auf die ersten AED 375.000 des steuerpflichtigen Einkommens, 9 % auf den Rest. Für eine Qualifying Free Zone Person (QFZP) gilt diese Schwelle nicht: Nicht qualifizierende Einkünfte werden ab dem ersten Dirham mit 9 % besteuert. Details: Körperschaftsteuer in den VAE.
Die Mehrwertsteuer (5 %) ist ein getrenntes Verfahren: Pflichtregistrierung bei steuerpflichtigen Umsätzen über AED 375.000 in zwölf Monaten, freiwillig ab AED 187.500. Die Schwellen stehen im Merkblatt der FTA zur Registrierung.
Der Fehler, der am meisten kostet
Das häufigste Szenario: Die Firma ist registriert, die Lizenz bezahlt – und keine Bank eröffnet ein Konto, weil Tätigkeit oder Zone durch die Compliance fallen. Dann bleiben zwei Wege: monatelang von Bank zu Bank gehen oder neu gründen und noch einmal zahlen. Beides ist teurer als ein Gespräch mit der Bank vor der Antragstellung. Deshalb gilt bei uns: Erst die Anforderungen der Bank, dann Zone und Tätigkeit.
Die erste Beratung bei LaWEra ist kostenlos. Sie erreichen uns per WhatsApp und Telegram unter +971 58 600 98 87 oder im Büro unter +971 4 585 7471, Office 1408, Concord Tower, Dubai Media City, 10:00–19:00 Uhr Dubai-Zeit (in Deutschland im Sommer zwei, im Winter drei Stunden früher). Mehr zu unserem Angebot: Firmengründung in Dubai.
Häufige Fragen
Wie lange dauert eine Firmengründung in Dubai?
Die Registrierung selbst ist oft eine Frage von Tagen oder wenigen Wochen. Den tatsächlichen Zeitplan bestimmen Visum und Bankkonto, und dort ist die Spanne groß. Eine belastbare Einschätzung geben wir, nachdem wir Ihre Struktur gesehen haben.
Muss ich für die Gründung nach Dubai reisen?
Nicht für jeden Schritt – vieles geht per Vollmacht. Für die Biometrie beim Visum und in der Regel für das Bankgespräch sollten Sie aber eine Reise einplanen.
Bin ich mit einer Firma in Dubai in Deutschland nicht mehr steuerpflichtig?
Nein, nicht allein dadurch. Ihre Steuerpflicht in Deutschland hängt von deutschen Kriterien ab, nicht vom Sitz der Gesellschaft. Lassen Sie das mit einem Steuerberater in Deutschland prüfen.
Was kostet eine Firma in Dubai pro Jahr?
Als Richtwert laut Kanzlei (Stand September 2026, zzgl. behördlicher Gebühren) rund AED 35.000 – 55.000 im ersten Jahr für eine Free-Zone-Firma mit einem Visum; die Verlängerung liegt bei etwa 80–90 % davon.
