Welche Free Zone in Dubai? So wählen Sie richtig
In den VAE gibt es Dutzende Free Zones, und fast alle werben mit Preis und Tempo. Beides ist kein guter Grund für eine Wahl. Die Zonen unterscheiden sich in acht Punkten, die erst nach der Gründung spürbar werden – und eine kurze Bewertung anhand dieser acht Punkte ist mehr wert als jede Broschüre. Hier ist die Methode, mit der wir arbeiten, und dazu die Richtwerte für IFZA, Meydan, DMCC und DIFC.
Dieser Beitrag ist ein allgemeiner Überblick, keine Rechts- oder Steuerberatung. Tarife und Regeln der Zonen ändern sich fast jährlich. Die Auswahl für Ihr Vorhaben treffen wir im Einzelfall.
Firmengründung Dubai Free Zone: Kosten im Überblick
| Kategorie | Beispiele | Richtwert (AED) | Typisch für |
|---|---|---|---|
| Günstige Zonen in Dubai | Meydan, IFZA | Lizenz ab 10.500 – 15.000 | Beratung, IT, Handel, oft mit Flexi-Desk und 1 Visum |
| Premium-Zonen | DMCC, DIFC | ab 35.000 – 50.000+ | Rohstoffe, Finanzen, größere Strukturen |
Alle Zahlen: Richtwert laut Kanzlei, Stand September 2026, zzgl. behördlicher Gebühren. Für eine Free-Zone-Firma mit einem Gesellschafter und einem Visum liegt das erste Jahr insgesamt bei rund AED 35.000 – 55.000; die Verlängerung kostet erfahrungsgemäß etwa 80–90 % davon. Details auf der Seite Kosten der Firmengründung in Dubai.
Wir registrieren Gesellschaften in allen Free Zones der VAE. Deshalb haben wir keinen Grund, Ihnen eine bestimmte Zone zu „verkaufen“.
Die acht Kriterien, die wirklich entscheiden
1. Tätigkeitsliste. Lizenziert die Zone Ihre Tätigkeit unter einem Code, der zu Ihren tatsächlichen Umsätzen passt? Erlaubt sie die Kombination, die Sie brauchen – etwa Beratung und Warenhandel in einer Gesellschaft? Fehlt die Tätigkeit, ist die Zone raus, egal wie günstig sie ist. Hintergrund: Gewerbelizenz in Dubai.
2. Visa pro Bürofläche. Wie viele Visa sind mit welcher Fläche verbunden, und was kostet der nächste Schritt? Mehr Visa bedeuten in vielen Zonen mehr Fläche oder eine Genehmigung der Zone. Zählen Sie die Menschen, die Sie in zwölf Monaten brauchen, nicht heute.
3. Kosten der Verlängerung. Preise für das erste Jahr sind oft Aktionspreise. Fragen Sie nach dem Verlängerungspreis für exakt dieselbe Ausstattung: Lizenz, Fläche, Visa.
4. Prüfungspflicht. Manche Zonen verlangen für die Verlängerung einen geprüften Abschluss, unabhängig vom Umsatz. Wer den Status einer Qualifying Free Zone Person (QFZP) beanspruchen will, braucht ohnehin einen geprüften Jahresabschluss (Ministerial Decision Nr. 84/2025). Dann zählt, wie teuer und verfügbar Prüfer mit Erfahrung in dieser Zone sind.
5. Haltung der Banken. Banken behandeln Zonen unterschiedlich. Mit manchen läuft das Onboarding routiniert, bei anderen dauert die Prüfung länger und endet öfter mit einer Absage. Das steht in keiner Broschüre und lässt sich nur klären, indem man die Bank vor der Wahl fragt.
6. Substanz für die 0 %. Wer auf den Nullsatz setzt, braucht in der Zone angemessenes Personal, Räume und Ausgaben. Bewerten Sie, wie realistisch das für Ihr Team an diesem Standort ist. Alles, was nicht qualifiziert, wird mit 9 % ab dem ersten Dirham besteuert.
7. Rechtsumfeld. DIFC und ADGM haben eigenes Gesellschaftsrecht, eigene Gerichte und eigene Aufsicht (DIFC: Companies Law, DIFC Law Nr. 5/2018; ADGM: Companies Regulations 2020). Für die meisten anderen Zonen gilt: eigene Regeln der Zone, das Bundesgesetz über Handelsgesellschaften tritt zurück, soweit die Zone eigene Vorschriften hat.
8. Lage und Alltag. Wo arbeitet Ihr Team tatsächlich, wo sitzen die Kunden, wie weit ist die Zone von beiden entfernt?
So bewerten Sie Ihre Shortlist
Bewerten Sie jedes Kriterium für jede Zone auf der Liste und gewichten Sie, was für Ihr Modell zählt: Bank und Visa für ein Team, das umzieht; Tätigkeitsliste und Rechtsumfeld für eine Holding oder eine Finanzstruktur; Substanz für jeden, der mit 0 % rechnet. Die Antwort ergibt sich dann meist von selbst. Wenn zwei Zonen gleichauf liegen, entscheidet die Präferenz der Bank.
- Tatsächliche Umsatzströme auflisten und die nötigen Tätigkeitscodes bestimmen.
- Zonen streichen, die diese Codes oder die Kombination nicht anbieten.
- Personalbedarf für zwölf Monate zählen und Zonen streichen, in denen dafür unverhältnismäßig viel Fläche nötig ist.
- Verlängerungspreise für identische Ausstattung bei den verbleibenden Zonen anfragen.
- Prüfungsregeln und – falls QFZP geplant ist – die Substanz prüfen.
- Die Shortlist der Bank vorlegen.
- Erst dann zahlen.
IFZA, Meydan, DMCC oder DIFC: grobe Orientierung
IFZA und Meydan gehören zu den günstigen Zonen in Dubai. Die Pakete enthalten oft einen Flexi-Desk und ein Visum – sinnvoll für Berater, Freelancer mit Firma, IT-Dienstleister und kleine Handelsunternehmen, die ihre Kunden überwiegend im Ausland haben. Achten Sie hier besonders auf den Verlängerungspreis und darauf, ob Ihre Bank mit der Zone gut arbeitet.
DMCC ist eine Premium-Zone mit höheren Kosten, klassisch für Rohstoff- und Warenhandel und größere Strukturen. Die Zone hat ausführliche eigene Verfahren, etwa für die Übertragung von Anteilen.
DIFC ist ein Finanzzentrum mit eigenem, am Common Law orientierten Recht, eigenem Arbeitsrecht (DIFC Employment Law Nr. 2/2019) und eigenen Gerichten. Es lohnt sich, wenn Ihre Struktur genau dieses Rechtsumfeld braucht: Fonds, komplexe Gesellschaftervereinbarungen, regulierte Finanzdienstleistungen. Für eine operative Handels- oder Beratungsfirma ist DIFC ein teurer Weg zu dem, was eine normale Zone ebenfalls bietet.
Was Ihnen die Zonen nicht sagen
- Dass die Bank Monate brauchen oder ablehnen kann – aus Gründen, die mit der Zone zu tun haben, nicht mit Ihnen
- Dass die Visa aus dem Einstiegspaket vor der ersten Verlängerung aufgebraucht sein können
- Dass die Verlängerung anders kalkuliert ist als das erste Jahr
- Dass klassische Banken häufig ein Mindestguthaben verlangen – als Richtwert laut Kanzlei AED 25.000 – 50.000, sonst fallen Gebühren an; bei Neobanken sind die Anforderungen niedriger
- Dass die 0 % nicht von der Zone vergeben werden, sondern ein steuerlicher Status mit Bedingungen sind, die die Gesellschaft jedes Jahr neu erfüllen muss
Die Körperschaftsteuer ist überall gleich
Der Steuersatz hängt nicht von der Zone ab. In jeder Free Zone gilt: 0 % nur für eine QFZP auf Qualifying Income; nicht qualifizierendes Einkommen wird mit 9 % ab dem ersten Dirham besteuert – die Freigrenze von AED 375.000 gibt es für eine QFZP nicht. Die De-minimis-Grenze für nicht qualifizierende Umsätze liegt beim niedrigeren Wert von AED 5 Mio. oder 5 % des Gesamtumsatzes (Ministerial Decision Nr. 229/2025). Wer die Bedingungen verletzt, verliert den Status für den laufenden und die vier folgenden Steuerzeiträume. Die Registrierung bei der FTA ist Pflicht, eine verspätete Registrierung kostet AED 10.000. Unterschiedlich ist nur, wie leicht und wie teuer es ist, Substanz und Prüfung in der jeweiligen Zone zu erfüllen. Mehr dazu: QFZP: 0 % in der Free Zone und Mainland oder Free Zone.
Wir begleiten die Auswahl und die Gründung: Firmengründung in Dubai. Die erste Beratung ist kostenlos.
Häufige Fragen
Welche Free Zone ist die günstigste in Dubai?
Zu den günstigen Zonen gehören laut unserer Übersicht Meydan und IFZA, mit Lizenzen ab etwa AED 10.500 – 15.000 (Richtwert laut Kanzlei, Stand September 2026, zzgl. behördlicher Gebühren). Die günstigste Zone ist aber nicht automatisch die beste – entscheidend sind Tätigkeitsliste, Bank und Verlängerungspreis.
Kann ich später in eine andere Zone wechseln?
Bisher bedeutete das in der Praxis meist eine Neuregistrierung mit neuer Lizenz, neuen Gebühren und erneutem Bank-Onboarding. Die Reform des Gesellschaftsrechts (Federal Decree-Law Nr. 20/2025) sieht laut Wirtschaftsministerium eine Verlegung ohne Liquidation vor; wie Ihre Zone das umsetzt, prüfen wir vorab. Einmal gut zu wählen bleibt günstiger.
Muss ich in der Zone präsent sein, um sie zu wählen?
Um sie zu wählen, nein. Für den QFZP-Status und für die Bank muss die Präsenz der Gesellschaft in der Zone aber echt sein.
Gilt in der Free Zone keine Mehrwertsteuer?
Doch. Die Mehrwertsteuer von 5 % hängt von Umsatz und Leistung ab, nicht von der Zone. Siehe Mehrwertsteuer in den VAE.
