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Mainland oder Free Zone in Dubai: Unterschiede, Kosten, Steuern

Aktualisiert 6 Min. Lesezeit
Bereich betreut vonIsraa AbdullaLeiterin der Abteilung Gesellschaftsrecht
Sheikh Zayed Road und die Wolkenkratzer von Dubai bei Tag
Foto: Ondrej Bocek / Unsplash
Inhalt11
  1. Mainland oder Free Zone: welche Firma in Dubai zu Ihnen passt
  2. Der Unterschied in zwei Sätzen
  3. Mainland vs. Free Zone im Vergleich
  4. Was die Entscheidung wirklich treibt
  5. Die Steuerseite: hier irren sich die meisten
  6. Wann das Mainland die richtige Wahl ist
  7. Wann die Free Zone die richtige Wahl ist
  8. Mitarbeiter und Visa: zwei verschiedene Systeme
  9. Rechnen Sie in Geld, nicht in Eindrücken
  10. Die Bank ist die halbe Entscheidung
  11. Häufige Fragen

Mainland oder Free Zone: welche Firma in Dubai zu Ihnen passt

Die Wahl zwischen Mainland und Free Zone ist die erste echte Entscheidung bei der Firmengründung in Dubai – und sie prägt alles, was danach kommt: wo Sie verkaufen dürfen, was die Firma im Jahr kostet, wie sie besteuert wird und wie schwer die Kontoeröffnung wird. Eine allgemein richtige Antwort gibt es nicht. Die Antwort ergibt sich aus einer einfachen Frage: Wer bezahlt Sie, und wo sitzt er?

Dieser Beitrag ist ein allgemeiner Überblick, keine Rechts- oder Steuerberatung. Recht und Tarife in den VAE ändern sich, und jede Free Zone hat eigene Regeln. Ihre Situation prüfen wir im Einzelfall.

Der Unterschied in zwei Sätzen

  • Mainland: Die Gesellschaft erhält ihre Lizenz vom Emirat (in Dubai über das Department of Economy and Tourism). Sie darf im ganzen Land und direkt mit dem lokalen Markt Geschäfte machen, auch mit staatlichen Auftraggebern.
  • Free Zone: Die Gesellschaft ist in einer der Freihandelszonen registriert, jede mit eigener Behörde, eigenem Register und eigenen Gesellschaftsregeln. Geschäfte mit Kunden auf dem Mainland laufen meist über einen Händler, einen Agenten oder eine separate Mainland-Gesellschaft. Dafür ist die Verwaltung schlanker und das erste Jahr oft günstiger.

Mainland vs. Free Zone im Vergleich

KriteriumMainlandFree Zone
Kunden in den VAEdirektin der Regel über Händler, Agent oder Mainland-Gesellschaft
RechtsrahmenHandelsgesellschaftsgesetz (Federal Decree-Law Nr. 32/2021)eigene Regeln der Zone; das Bundesgesetz tritt zurück, soweit die Zone eigene Vorschriften hat
GesellschafterLLC auch mit nur einem Gesellschafter möglichje nach Zone
BüroBüromiete mit Ejari erforderlichoft Flexi-Desk im Paket
MitarbeiterArbeitserlaubnis über das Arbeitsministerium MOHRESponsor ist die Verwaltung der Zone
Körperschaftsteuer0 % bis AED 375.000, darüber 9 %0 % nur als QFZP auf Qualifying Income, sonst 9 %
Richtwert Lizenz (AED)15.000 – 30.000 plus Büroab 10.500 – 15.000 (günstige Zonen)

Die Preise sind ein Richtwert laut Kanzlei, Stand September 2026, zzgl. behördlicher Gebühren. Die vollständige Übersicht finden Sie unter Kosten der Firmengründung in Dubai.

Was die Entscheidung wirklich treibt

  • Wer zahlt: Kunden in den VAE oder im Ausland?
  • Brauchen Sie ein echtes Büro, und wie groß?
  • Wie viele Visa brauchen Sie für Mitarbeiter und Familie – in zwölf Monaten, nicht heute?
  • Wollen Sie mit staatlichen Stellen arbeiten?
  • Wie stark hängt Ihr Geschäftsmodell am Steuersatz von 0 %?

Fünf ehrliche Antworten entscheiden die Frage meist in einem Gespräch. Den gesamten Ablauf danach beschreiben wir unter Firma in Dubai gründen; welche Tätigkeit Sie in die Lizenz schreiben, unter Gewerbelizenz in Dubai.

Die Steuerseite: hier irren sich die meisten

Die 0 % in der Free Zone gibt es nicht automatisch. Den Nullsatz erhält nur eine Gesellschaft, die als Qualifying Free Zone Person (QFZP) gilt, und auch sie nur auf ihr Qualifying Income. Alles andere wird mit 9 % besteuert – und zwar ab dem ersten Dirham. Die Freigrenze von 0 % auf die ersten AED 375.000 gilt nur für normale Steuerpflichtige nach Artikel 3 des Federal Decree-Law Nr. 47/2022, nicht für eine QFZP.

Dazu kommen zwei Grenzen, die Sie kennen sollten:

  • De-minimis: Nicht qualifizierende Umsätze dürfen den niedrigeren der beiden Werte nicht übersteigen: AED 5 Mio. oder 5 % des Gesamtumsatzes (Ministerial Decision Nr. 229/2025).
  • Statusverlust: Wer die Bedingungen verletzt, verliert den Status ab Beginn des laufenden Steuerzeitraums und für die folgenden vier – mit 9 % auf das gesamte Einkommen.

Außerdem braucht eine QFZP einen geprüften Jahresabschluss. Wie der Test im Einzelnen funktioniert, erklären wir unter QFZP: 0 % in der Free Zone.

Die Konsequenz: Passt Ihr Geschäft nicht zu diesen Bedingungen, bringt die Free Zone steuerlich nichts – die Kosten für Zwischenhändler im Inlandsgeschäft bleiben aber. Eine Mainland-Gesellschaft nutzt dagegen die 0 % bis AED 375.000 ganz normal. Registrieren muss sich jede Gesellschaft, egal wo; die Strafe für eine versäumte Registrierung beträgt AED 10.000. Mehr dazu unter Körperschaftsteuer in den VAE.

Für große internationale Konzerne mit einem konsolidierten Umsatz ab EUR 750 Mio. gilt seit 01.01.2025 eine Mindeststeuer von 15 %. Mittelständler betrifft das nicht.

Wann das Mainland die richtige Wahl ist

  • Ihre Kunden und Auftragnehmer sitzen in den VAE
  • Sie wollen mit Behörden und staatlichen Unternehmen arbeiten
  • Sie brauchen viele Visa und ein eigenes Büro
  • Einzelhandel, Gastronomie, Bau, Dienstleistungen für Endkunden vor Ort

Auf dem Mainland ist eine LLC mit einem einzigen Gesellschafter zulässig. Ein allgemeines Erfordernis eines emiratischen Mitgesellschafters gibt es nicht; nur für Tätigkeiten mit strategischer Bedeutung kann die Behörde eine Beteiligung von VAE-Staatsangehörigen verlangen.

Wann die Free Zone die richtige Wahl ist

  • Ihre Kunden sitzen außerhalb der VAE, die Umsätze kommen aus dem Ausland
  • IT, Beratung, internationaler Handel, Holdingstrukturen
  • Schneller Start und planbare laufende Kosten sind wichtig
  • Sie brauchen ein besonderes Rechtsumfeld, etwa DIFC oder ADGM mit eigenem, am Common Law orientierten Recht und eigenen Gerichten

Welche Zone konkret passt, entscheidet nicht der Preis, sondern Tätigkeitsliste, Visa, Bank und Verlängerungskosten: Free Zone in Dubai auswählen.

Mitarbeiter und Visa: zwei verschiedene Systeme

Auf dem Mainland braucht jeder Mitarbeiter eine Arbeitserlaubnis des Arbeitsministeriums MOHRE; ohne sie darf niemand arbeiten oder beschäftigt werden. Die Gebühr liegt je nach Kategorie des Unternehmens (A, B oder C) zwischen AED 250 und 3.450 (u.ae: Work Permits). Löhne laufen über das Lohnschutzsystem WPS. In der Free Zone gelten eigene arbeitsrechtliche Regeln, Sponsor des Mitarbeiters ist die Verwaltung der Zone (u.ae: Working in Free Zones). Wie viele Visa Sie bekommen, hängt dort von Zone und Büroflächen ab – mehr Visa bedeuten oft mehr Fläche.

Rechnen Sie in Geld, nicht in Eindrücken

Lizenzpreise zu vergleichen führt fast immer in die Irre. Rechnen Sie die Kosten eines ganzen Jahres: Lizenz, Büro oder Flexi-Desk, Visa für die Menschen, die Sie wirklich brauchen, Prüfung, wo sie Pflicht ist, Buchhaltung, Verlängerung. Auf dem Mainland kommt die Büromiete mit Ejari hinzu – als Richtwert laut Kanzlei AED 10.000 – 30.000 pro Jahr. Eine Free Zone ist im ersten Jahr oft günstiger, bei der Verlängerung aber vergleichbar. Und dann die Zeile, die in keiner Preisliste steht: Wenn Sie am Ende doch über einen Händler im Inland verkaufen, frisst dessen Marge die Ersparnis schnell auf.

Die Bank ist die halbe Entscheidung

In der Praxis entscheidet oft nicht die Steuer, sondern die Bank. Manche Zonen und manche Tätigkeiten werden von Banken in den VAE länger und strenger geprüft; eine „günstige Zone“ kann Monate ohne Konto bedeuten. Klären Sie, was die Bank von Ihrer Struktur erwartet, bevor Sie die Zone wählen. Wir begleiten beides: Firmengründung in Dubai.

Häufige Fragen

Kann ich später von der Free Zone aufs Mainland wechseln?

Ein Wechsel bedeutete in der Praxis bisher meist eine neue Lizenz und Neuregistrierung. Seit der Reform des Gesellschaftsrechts (Federal Decree-Law Nr. 20/2025) ist laut Wirtschaftsministerium eine Verlegung zwischen Emiraten und Zonen ohne Liquidation vorgesehen; wie das für Ihre Zone umgesetzt wird, prüfen wir vorab. Planen Sie die Form am besten vor der Gründung.

Stimmt es, dass eine Free-Zone-Firma nicht in den VAE verkaufen darf?

Nicht „darf nicht“, sondern „nicht direkt“. Üblich ist der Weg über einen Händler, einen Agenten oder eine eigene Mainland-Gesellschaft. Die genauen Grenzen hängen von Zone und Tätigkeit ab.

Muss sich auch eine Free-Zone-Firma für die Körperschaftsteuer registrieren?

Ja. Die Registrierung bei der FTA ist Pflicht, auch wenn die Gesellschaft 0 % beansprucht. Die Strafe für eine verspätete Registrierung beträgt AED 10.000.

Ist das Mainland teurer als eine Free Zone?

Im ersten Jahr meist ja, vor allem wegen der Büromiete mit Ejari. Über mehrere Jahre und bei Kunden in den VAE kann das Mainland trotzdem günstiger sein, weil Zwischenhändler entfallen.

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Dieser Artikel beantwortet die allgemeine Frage. Die Antwort für Sie hängt davon ab, wer Ihre Kunden sind, wo das Geld liegt und was bereits unterschrieben ist.

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